GESSMANN präsentiert modulare Robotikzelle für unterschiedliche Fertigungsprozesse
Standardisierte Plattform für automatisiertes Schweißen und weitere Cobotanwendungen erstmals auf der AMB 2026
Leingarten, August 2026. Die W. GESSMANN GmbH erweitert ihr Robotikportfolio um die modulare Robotikzelle für die industrielle Metallbearbeitung. Nachdem das Unternehmen auf der Blechexpo bereits eine Robotikzelle mit Schweißapplikation für automatisierte Schweißprozesse vorgestellt hat, zeigt GESSMANN auf der AMB 2026 die konsequente Weiterentwicklung der Robotikzelle zu einer standardisierten Automatisierungsplattform für unterschiedliche Fertigungsprozesse.
Dank automatischem Werkzeugwechsel ist die Robotikzelle für unterschiedliche Bearbeitungsprozesse auf einer gemeinsamen technischen Plattform ausgelegt – vom Schweißen bis hin zu weiteren Cobotanwendungen. Dies reduziert den Aufwand für Integration, Bedienung und zukünftige Erweiterungen. Die Lösung eignet sich insbesondere für Unternehmen mit kleinen und mittleren Serien sowie hoher Variantenvielfalt und ermöglicht einen einfachen Einstieg in die industrielle Automatisierung.
Viele metallbearbeitende Unternehmen stehen vor der Herausforderung, trotz Fachkräftemangel, steigenden Qualitätsanforderungen und wachsender Produktvielfalt wirtschaftlich zu produzieren. Klassische Roboteranlagen sind jedoch häufig auf einzelne Prozesse ausgelegt und erfordern hohen Integrations- und Programmieraufwand. Gerade mittelständische Unternehmen benötigen deshalb Automatisierungslösungen, die flexibel einsetzbar, einfach bedienbar und schrittweise erweiterbar sind.
Statt isolierter Einzellösungen verfolgt GESSMANN mit der Robotikzelle einen Plattformansatz mit einem einheitlichen Bedien- und Programmierkonzept. Über dieselbe Software können Anwender auf Basis einer vertrauten Bedienlogik Programme beispielsweise für Schweißen, Plasmareinigung, Gewindeschneiden oder Pick-and-Place erstellen. Die Robotikzelle ist damit nicht auf einen einzelnen Prozess beschränkt, sondern kann für verschiedene Anwendungen konfiguriert und erweitert werden.
„Viele Unternehmen möchten automatisieren, verfügen jedoch weder über eigene Robotikspezialisten noch über die Ressourcen für komplexe Individualprojekte“, sagt Steffen Kuhnle, Leiter des Geschäftsbereichs Robotics der W. GESSMANN GmbH. „Deshalb haben wir unsere bisherige Schweißlösung konsequent zu einer modularen Robotikzelle weiterentwickelt, die unterschiedliche Anwendungen auf einer standardisierten Basis vereint.“
Robotikzelle als Plattform für unterschiedliche Fertigungsprozesse
Im Mittelpunkt der Robotikzelle steht ein kollaborativer Roboter vom Hersteller Techman. Ergänzt wird dieser durch eine von GESSMANN entwickelte Software, ein eigenes Sicherheitskonzept, eine intuitive Touch-Bedienoberfläche sowie einen automatischen Werkzeugwechsler. Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Schweißfachkräften und Entwicklungsingenieuren und wurde konsequent auf die Anforderungen des industriellen Fertigungsalltags ausgelegt.
Je nach Konfiguration, Anwendung und eingesetztem Werkzeug kann die Zelle für MIG- und MAG-Schweißprozesse sowie für Plasmaanwendungen, Schleifen, Entgraten, Prüfprozesse, Gewindeschneiden, Schrauben, Greifen, Kleben, Bolzenschweißen und Pick-and-Place eingesetzt werden. Der automatische Werkzeugwechsel reduziert Umrüstzeiten und ermöglicht die Verkettung aufeinanderfolgender Prozessschritte.
Ein integriertes Vision-System übernimmt die Bauteilerkennung und unterstützt die automatisierte Verarbeitung wechselnder Werkstücke. Standardisierte Industrieschnittstellen wie Profinet und Ethernet/IP ermöglichen die Integration in bestehende Produktionsumgebungen. Optional können über eine zusätzliche Schnittstelle Peripheriegeräte wie Drehtische oder Wendestationen angebunden und in den automatisierten Prozess integriert werden.
Entwickelt aus der eigenen Fertigung
Die Robotikzelle entstand aus konkreten Anforderungen der eigenen Fertigung. Kleine Losgrößen, wechselnde Bauteile und hohe Qualitätsanforderungen machten deutlich, dass klassische Schweißautomation für viele Anwendungen nicht die erforderliche Flexibilität bietet. Gemeinsam mit Schweißfachkräften entwickelte GESSMANN daraus ein standardisiertes Konzept für unterschiedliche Fertigungsprozesse.Die Robotikzelle mit Schweißapplikation wird bereits für automatisierte Schweißprozesse in der eigenen Fertigung eingesetzt. Die Plattform wird kontinuierlich um weitere Bearbeitungsverfahren und Applikationen erweitert. Erfahrungen aus dem täglichen Produktionsbetrieb fließen direkt in die Weiterentwicklung der Lösung ein.
Die Robotikzelle erfüllt alle relevanten Sicherheitsanforderungen und ist mit Unterstützung der DEKRA CE-zertifiziert. Als Komplettlösung reduziert sie den Integrationsaufwand gegenüber individuell aufgebauten Roboteranlagen. Darüber hinaus ist das Gesamtkonzept schweißgeräteunabhängig ausgelegt und kann mit gängigen Roboterschweißsystemen kombiniert werden.
Neben dem eigentlichen Bearbeitungsprozess automatisiert die modulare Zelle auch Rüstvorgänge, Werkzeugwechsel und Teilehandling. Dadurch lassen sich aufeinanderfolgende Prozessschritte mit geringerem manuellem Aufwand und reproduzierbarer Bearbeitungsqualität verbinden. Durch ihren modularen Aufbau kann die Plattform schrittweise um weitere Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse erweitert werden.